Ruhestand:31 Jahre für Familien da

31 Jahre Engagement in den ambulanten Erzieherischen Hilfen
Marina Feige verabschiedet sich in den Ruhestand
Nach 31 Jahren beim Sozialdienst katholischer Frauen Bergisch Land verabschieden wir Marina Feige in den Ruhestand. Mit ihr geht eine Kollegin, die die ambulanten Erzieherischen Hilfen von Beginn an mit aufgebaut und über Jahrzehnte geprägt hat.
Als der Fachbereich damals neu eingerichtet wurde, entstanden zwei Stellen – eine davon übernahm Marina Feige. Seitdem ist sie am Standort in der Bocksledde 2 tätig. Auf den SkF aufmerksam wurde sie durch eine Stellenausschreibung. Dass daraus einmal 31 Jahre werden würden, war zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.
Was sie all die Jahre gehalten hat, beschreibt sie selbst so: „Es passiert immer etwas Neues, es ist nie langweilig. Es gibt kaum Wiederholungen.“ Sie schätzte den großen Gestaltungsspielraum, die Arbeit direkt in den Familien und die Verantwortung, die damit verbunden ist. „Das ist sehr viel Verantwortung.“ Genau das habe die Arbeit für sie so wertvoll gemacht.
Langjährige Begleitungen und gewachsene Beziehungen
Im Laufe der Jahre begleitete Marina Feige Familien, alleinerziehende Mütter, Jugendliche mit Fluchterfahrung, junge Menschen in Verselbstständigungsgruppen sowie Klientinnen und Klienten im Rahmen der Eingliederungshilfe. Viele Betreuungen dauerten mehrere Jahre.

„Das sind die besten Betreuungen, wenn man sie über einen langen Zeitraum begleiten darf, weil man die ganze Entwicklung mitbekommt“, sagt sie. Eine Klientin unterstützte sie fünf Jahre lang. Noch heute stehen beide in Kontakt. Zum Abschied schenkte ihr diese ein selbst gemaltes Bild, das bis heute in ihrem Büro hängt.
Über so viele Jahre hinweg Teil des Lebens anderer Menschen zu sein, bedeute Verantwortung und Vertrauen. „Man wird ein Teil ihres Systems“, beschreibt sie. Beziehungsarbeit sei dabei zentral, denn viele Familien müssten erst lernen, offen über ihre Sorgen zu sprechen. Neben der pädagogischen Unterstützung gehe es häufig auch um organisatorische Fragen. „Man ist manchmal wie eine private Sekretärin, weil man so viel regelt oder gemeinsam angeht.“
Besonders bewegend sei es für sie, wenn Menschen wachsen: wenn eine Mutter lernt, ihre Kinder sicherer zu begleiten, wenn Strukturen entstehen oder wenn jemand den Mut fasst, therapeutische Hilfe anzunehmen.
Den Blick auf das Positive richten
Mit den Jahren hat sich die Zusammensetzung der Klientengruppen verändert. Geblieben ist jedoch ihre Haltung. „Es gibt vor allem Positives“, sagt sie. Wichtig sei es, nicht nur auf die großen Schwierigkeiten zu schauen. „Man soll nicht den riesigen Berg sehen, sondern ihn langsam erklimmen.“ Kleine Fortschritte seien oft entscheidend. Für sie stand immer im Mittelpunkt, Menschen als Menschen zu sehen und nicht auf ihre Probleme zu reduzieren.
Fachbereichsleiter Max Ruddies würdigt ihr Engagement: „Sie kennt die Klienten und die Klienten kennen sie. Die Beziehungen sind gewachsen und stabil.“ Für das Team sei sie über viele Jahre eine feste Größe gewesen. „Die ambulanten Erzieherischen Hilfen sind wie ihr Baby. Sie hat den Fachbereich mit aufgebaut.“ Ihr Abschied hinterlasse fachlich wie menschlich eine Lücke.
Mit einem Augenzwinkern verweist er auf ihre Begeisterung für Apache 207 und zitiert eine Zeile, die gut zu ihr passe: „Und wenn ich geh, dann so wie ich gekommen bin – wie ein Komet.“
Marina Feige selbst beschreibt sich als kreativ, empathisch, positiv und humorvoll. Eigenschaften, die ihre Arbeit über drei Jahrzehnte geprägt haben. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sich der Fachbereich weiterentwickelt und als starkes Team bestehen bleibt.
Wir danken Marina Feige für 31 Jahre Engagement, Verlässlichkeit und Herzblut in den ambulanten Erzieherischen Hilfen und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.