Pressemitteilung SkF Gesamtverein:Elterngeld stärken statt kürzen!
Elterngeld: Konfessionelle Verbände unterstützen Ministerin Prien bei Abkehr von Sparplänen
Evangelische und katholische Verbände fordern gemeinsam: Elterngeld stärken statt kürzen!
Berlin und Dortmund, 08.10.2026. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern konfessionelle Verbände, darunter die Diakonie Deutschland, die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf), der Familienbund der Katholiken e. V. und der Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. (SkF), einen anderen Kurs in der Elterngelddebatte.
„Das erste Lebensjahr ist für die Entwicklung eines Kindes von großer Bedeutung. Die geplanten Einsparungen beim Elterngeld setzen Familien in dieser entscheidenden Lebensphase unter Druck. Familien brauchen jedoch Zeit und Verlässlichkeit,“ kritisieren die christlichen Verbände und führen aus: „Das Elterngeld gibt Eltern den finanziellen Freiraum, diese Zeit nach den Bedürfnissen ihres Kindes zu gestalten. Dass die Ministerin die Kürzung der Bezugsdauer noch einmal prüfen will, ist ein wichtiges Signal. Entscheidend ist jetzt, dass auch Familien, in denen nur ein Elternteil Elterngeld beziehen kann, nicht schlechter gestellt werden – und dass Mindest- und Höchstbetrag endlich an die Preisentwicklung angepasst werden.“
Die konfessionellen Verbände nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Familienministerin offen dafür ist, die Bezugsdauer von 14 Monaten für das Basiselterngeld beizubehalten und eine Abkehr vom Sparkurs zu überdenken. Dies entspricht einer der vier gemeinsamen Forderungen der Verbände:
1. Gesamtbezugsdauer erhalten – Partnermonate als Ausbau, nicht als Umverteilung
Die Verbände fordern, die Gesamtbezugsdauer des Basiselterngeldes von 14 Monaten beizubehalten und darüber hinaus zusätzliche, nicht übertragbare Partnermonate für den zweiten Elternteil einzuführen.
2. Mindestens zwölf Monate Elterngeld für jede Familie – auch wenn nur ein Elternteil die Leistung nutzen kann
Kann der zweite Elternteil seine exklusiven Partnermonate nicht nutzen, würde die finanzielle Absicherung zukünftig mit dem neunten Lebensmonat des Kindes enden. Der Anspruch eines Elternteils auf zwölf Monate Basiselterngeld muss deshalb erhalten bleiben.
3. Keine finanzielle Lücke vor dem Betreuungsanspruch
Maximal neun Monate für einen Elternteil stehen in einem Spannungsverhältnis zum allgemeinen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Zudem bestehen trotz des Ausbaus der Kindertagesbetreuung weiterhin erhebliche Versorgungslücken. Und selbst wenn ein Kitaplatz pünktlich zur Verfügung steht, benötigen die Eltern auch ausreichend Zeit für die Eingewöhnung.
4. Inflationsausgleich und Dynamisierung von Mindest- und Höchstbetrag
Die vorgesehenen Anhebungen auf 330 bzw. 1.900 Euro bleiben weit hinter einem Inflationsausgleich zurück. Das bislang nicht an die Inflation angepasste Elterngeld ist ein wesentlicher Grund, warum sich viele Familien die Elternzeit des besserverdienenden Elternteils nicht leisten können.
„Familienpolitik braucht Verlässlichkeit. Die Entscheidung für ein Kind ist langfristig; familienpolitische Rahmenbedingungen sollten es deshalb ebenfalls sein. Wer Partnerschaftlichkeit stärken will, sollte Eltern bessere Möglichkeiten eröffnen, Sorgearbeit fair zu teilen – ohne ihnen zugleich finanzielle Sicherheit und Familienzeit zu entziehen,“ sind sich die Verbände einig.
Zu den gemeinsamen Forderungen evangelischer und katholischer Verbände zur geplanten Reform des Elterngeldes „Elterngeld stärken statt kürzen: Familien brauchen Zeit und Verlässlichkeit“ geht es hier.
Das Positionspapier wird mitgetragen von:
Evangelischer Bundesverband Adoption e.V. (EvBA)
Evangelischer Fachverband für Frauengesundheit e.V. (EVA)
Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung e.V. (EKFuL)
Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung gGmbH (EZI)
FrauenWerk Stein e.V.
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung e. V. (KAB)
Die Pressemitteilung ist auf der Homepage des SkF eingestellt.