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Deutscher Lesepreis 2026:Lina Lee gewinnt 1. Platz

Große Freude im Leseclub: Lina Lee, duale Studentin beim Sozialdienst katholischer Frauen, hat den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung“ beim Deutschen Lesepreis 2026 gewonnen.
Von:
Bugce Kader Kuscu
Lina Lee bei der Preisverleihung in Berlin

Erster Platz für herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung

Große Freude im Leseclub: Lina Lee, duale Studentin beim Sozialdienst katholischer Frauen, hat den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung“ beim Deutschen Lesepreis 2026 gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr langjähriges Engagement im Leseclub am Standort Krawatte, in dem Kinder seit 2022 regelmäßig beim Lesen, Vorlesen und Entdecken von Geschichten begleitet werden.

Der Deutsche Lesepreis wird von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung vergeben und würdigt jedes Jahr Menschen und Projekte, die sich in besonderer Weise für Leseförderung einsetzen. In sechs Kategorien werden neue wie auch bewährte Ansätze ausgezeichnet, die dazu beitragen, Lesefreude und Lesekompetenz nachhaltig zu stärken.

Für Lina Lee steht dabei nicht die Auszeichnung im Mittelpunkt, sondern die Menschen hinter dem Projekt.
„Ohne all die Ehrenamtlichen wäre der Leseclub nicht möglich. Der Preis gilt diesen tollen Menschen“, betont sie. Rund 20 ehrenamtliche Lese-Patinnen und Lese-Paten engagieren sich regelmäßig im Leseclub und begleiten Kinder mit viel Geduld, Zeit und Herz.

Der Leseclub findet sowohl in Kooperation mit der Grundschule Meyerstraße als auch am Standort Krawatte statt, der gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde Heckinghausen getragen wird. Ursprünglich als Angebot für ukrainische geflüchtete Kinder gestartet, öffnete sich der Leseclub aufgrund der großen Nachfrage schnell für alle Kinder aus bedürftigen Familien. Heute kommen Kinder unterschiedlichen Alters zusammen, um in einem geschützten Rahmen Lesen als positive und stärkende Erfahrung zu erleben.

Der 1. Platz in der Kategorie 'Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung'

Im Mittelpunkt steht dabei immer die Beziehung zu den Kindern: „Wenn Kinder jemanden haben, der ihnen zuhört, dann blühen sie auf“, sagt Lina Lee. Lesen wird im Leseclub nicht bewertet, sondern als gemeinsamer Prozess verstanden. Kinder dürfen Fehler machen, Fragen stellen und ihre eigenen Sichtweisen einbringen. „Jeder versteht Geschichten anders“ – genau dieser Austausch fördert Kommunikation, Selbstvertrauen und Freude am Lesen.

Lesefreude und Lesekompetenz sind wichtige Grundlagen für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Kinder Unterstützung beim Lesen benötigen. Der Leseclub setzt genau hier an: mit individueller Begleitung, einem wertschätzenden Miteinander und dem festen Glauben daran, dass jedes Kind lesen lernen kann – im eigenen Tempo.

Die Auszeichnung für Lina Lee macht sichtbar, was im Leseclub seit Jahren entsteht: ein Projekt, das durch ehrenamtliches Engagement, Kooperation und persönliche Nähe Kinder stärkt – und zeigt, wie viel Wirkung gemeinsames Lesen entfalten kann.